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BIV-Delegiertenversammlung 2021 in Bonn

Quelle/Foto: KältenKlub
Datum: 05.10.2021

„Wir sind in einer angespannten Situation“

Ernste Minen: Zu Beginn der Mitgliederversammlung musste Bundesinnungsmeister Heribert Baumeister (re.) über die besorgniserregende Finanzsituation des BIV berichten. © SIErnste Minen: Zu Beginn der Mitgliederversammlung musste Bundesinnungsmeister Heribert Baumeister (re.) über die besorgniserregende Finanzsituation des BIV berichten. © SIAm 30. September fand nach zweieinhalb Jahren Coronapandemie-bedingter Zwangspause die diesjährige Delegiertenversammlung des Bundesinnungsverbands des deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks (BIV) in Bonn statt. Nach den üblichen Formalien entspannte sich zwischen den versammelten Mitgliedern und dem Bundesvorstand ein heftiger Diskurs um die angeschlagenen Finanzen des Verbands. Denn eines war klar: nicht nur der Wegfall der Chillventa 2020 sondern auch der seit 2019 hoffnungsfroh erwartete und bisher nicht zustande gekommene Wiedereintritt der Landesinnung Hessen-Thüringen/Baden-Württemberg haben entsprechende Verluste auf der Einkommensseite des BIV hinterlassen, so dass man für die Jahre 2020/21 auf die Ressourcen zurückgreifen musste.


 

Nach der Begrüßung der rund 45 Anwesenden (Delegierte und Gäste) durch Bundesinnungsmeister Heribert Baumeister, folgte der Bericht des Vorstands, die Präsentation der Jahresrechnung 2019/20 (wegen Corona-bedingtem Ausfall der BIV-Mitgliederversammlung 2020 wurden die beiden Geschäftsjahre zusammen veranlagt) und der Bericht der Rechnungsprüfer. Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet.

Einnahmeverluste durch Chillventa-Ausfall

Anschließend stand die Diskussion über den Jahresetat 2021 an. Durch den Ausfall der Chillventa 2020 fehlen dem BIV Einnahmen in sechsstelliger Höhe, die bisher auf der Einnahmenseite auf zwei Geschäftsjahre aufgeteilt wurden. Ob 2022 eine Live-Chillventa stattfinden wird, und wenn ja, in welcher Form, stehe derzeit genauso in den Sternen wie die entsprechende Einnahmesituation für den BIV, so Baumeister.

Zudem hat der BIV zurzeit ein Personalproblem: Der Ende 2019 ausgeschiedene Technische Geschäftsführer konnte bisher nicht ersetzt werden. Zudem schied Geschäftsführer Dr. Matthias Schmitt nach zehneinhalb Jahren Tätigkeit zum Monatsende September ebenfalls aus. Zwar ist seine Stelle inzwischen als Ganztagsstelle ausgeschrieben (Dr. Schmitt war formal als Halbtagskraft eingestellt, da er auch für den ZVKKW als Geschäftsführer tätig war). Von den rund 50 Bewerbern seien rund ein halbes Dutzend geeignete in der näheren Auswahl, so BIM Baumeister. In Zukunft wünscht sich der BIV einen Ganztags-Geschäftsführer, der allerdings nicht ganz billig sein dürfte. Man hofft, die Stelle bis Anfang 2020 besetzen zu können.

Die Hessen mauern

Die zweite angestrebte Einnahmequelle hat sich zum großen Bedauern des BIV ebenfalls noch nicht erschlossen: der angestrebte Wiedereintritt der Landesinnung Hessen-Thüringen/Baden-Württemberg, der ebenfalls eine sechsstellige Einnahme durch Mitgliederbeiträge in die Kasse gespült hätte. Hier habe man u.a. auf die Initiativen von Markus Freund gesetzt, der im April 2019 als frisch ernannter Sprecher der Einzelmitglieder im BIV – darunter zahlreiche hessische Betriebe, in den BIV-Vorstand gewählt wurde. Freund wollte die Annäherung an den Bundesinnungsverband forcieren und „Brücken bauen“, wie er bei seiner Vorstellung damals bekannt gab.  Leider hätten weder seine Versuche noch die zahlreichen Treffen, E-Mails, Konferenzen u.ä. zwischen BIV-Vorstand und der hessischen Landesinnung gefruchtet. Man habe eher den Eindruck, dass systematisch „gemauert“ werde.

Mit Beitragserhöhung gegen Finanzprobleme

Bleibt also weiterhin das Finanz- resp. Finanzierungsproblem. Der BIV-Vorstand schlug daher eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 100 Euro pro Mitgliedsbetrieb und Jahr vor, um die derzeitige Finanzsituation zu entschärfen und ein „Arbeitspolster für die nächsten zwei Jahre“ zu schaffen. Auch diese Option, die nach vielen Jahren ohne Beitragserhöhung, angesichts der Situation durchaus angebracht ist, wurde heftig diskutiert, denn die versammelten Delegierten müssen dies in ihren Landesinnungen erklären und begründen. Aus den Reihen der Delegierten kam dann der Vorschlag, einen Arbeitskreis zu gründen, der sich beispielsweise um die Akquise externer Sponsoren kümmern solle. Eine solche reizvolle Aufgabe könne man aber auch einem künftigen Geschäftsführer übertagen, lautete die Entgegnung seitens des BIV-Vorstandes. Schließlich wurde vorgeschlagen, fürs erste einen einmaligen Beitrag von 200 Euro von jedem Mitgliedsbetrieb einzufordern, und eine grundsätzliche Beitragserhöhung auf das kommende Geschäftsjahr zu verlagern. Für diesen Vorschlag konnten sich alle stimmberechtigten Mitglieder bis auf eine Enthaltung schließlich einigen. Somit konnte auch der Etatplan 2021 verabschiedet werden.

Beim Bericht zur Verbändesituation hob Baumeister die „gute Zusammenarbeit“ mit dem VDKF hervor, was sicherlich auch dem gemeinsamen Verbandssitz im Josef-Bieber-Haus in Bonn geschuldet ist. Die Situation mit der Landesinnung Hessen sei hingegen unbefriedigend. Daher stelle der BIV jetzt die „Brautwerbung“ ein. Der „Ball liegt jetzt in Maintal“, hieß es weiter. Das Verhältnis zum ZVKKW sei ebenfalls überdenkenswert:  Im BIV mache man sich jetzt Gedanken, wie es weitergehen solle, da es bisher nicht so gelaufen sei, wie ursprünglich gedacht.

Probleme bei der Nachwuchsausbildung

Heftige Diskussionen beim Thema Ausbildung : Qualität und Qualifikation des Nachwuchses lasse zu wünschen übrig. © SIHeftige Diskussionen beim Thema Ausbildung : Qualität und Qualifikation des Nachwuchses lasse zu wünschen übrig. © SIAuch die Aussprache zur Ausbildungs- und Prüfungssituation des Branchennachwuchses verlief heftig. Die Qualität und Qualifikation des Nachwuchses lassen zu wünschen übrig. Viele Azubis nähmen die Ausbildung nicht richtig ernst. Das Ausbildungssystem müsse renoviert und das Anforderungsprofil für die Prüfungen angehoben werden, lauteten die Forderungen.

Bundesinnungsmeister Baumeister lobte abschließend die Solidaritätsaktionen des Kälteanlagenbauerhandwerks im Überschwemmungsgebiet an der Ahr, wo rund 400 montierte Wärmepumpenlagen zumindest partiell für Wärme in Herbst und Winter sorgen. Verabschiedet wurde an seinem letzten Arbeitstag der bisherige Geschäftsführer Dr. Matthias Schmitt. Als Termin für die nächste BIV-Mitgliederversammlung im Jubiläumsjahr 2022 (40 Jahre BIV gegr. 1982) wurde Mai 2022 festgesetzt. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben. Im kommenden Jahr stehen auch die Vorstandsneuwahlen an. Der derzeitige Vorstand gab schon mal seine Bereitschaft zur Weiterarbeit bekannt. (SI)

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